Direkt zum Hauptbereich

Haftungsfallen für Immobilienverkäufer

Werte Leserinnen und Leser,


immer wieder findet man Angebote, bevorzugt von "alles kostenfrei für Verkäufer" Anbietern, die leider Haftungsrisiken für den Immobilienverkäufer beinhalten.

Heute gesehen. Reihenhaus (das uns bekannt ist) mit einer Gesamtaußenfläche von rund 55 qm. Zwei Stockwerke, teilausgebautes Dachgeschoss. 

Angeboten wird das Haus mit einer Wohnfläche von 135 qm. Prüft man überschlägig die Wohnfläche (Abzug Mauern, Türnischen, Treppen etc.) so bleiben pro Vollgeschoß rund 44 qm als Wohnfläche übrig. Im Dachgeschoß ist derzeit nur ein Teil ausgebaut, so dass dort im Moment wohl kaum mehr als 15 qm Wohnfläche zur Verfügung stehen dürften. In der Addition ergibt sich also eine Wohnfläche von rund 103 qm im aktuellen Bestand.

Die Abweichung zur angegeben Wohnfläche beträgt also rund 24%. Wir meinen, dass ein (oft unerfahrener) Käufer, der dieses Haus auf der Basis der angegebenen 135 qm Wohnfläche erwirbt, sich vermutlich geprellt fühlen dürfte und dann mit Schadensersatzforderungen oder Rückabwicklungsansprüchen auf den Verkäufer zukommen wird. 

Ohne dass wir juristisch dies im Detail prüfen können, nehmen wir an, dass bei derart großen Abweichungen ein Gericht wohl eher den Argumenten des Käufers folgen dürfte. Der Schadenersatzanspruch an Verkäufer und Makler dürfte dann nicht unerheblich sein. 

Unser Tipp: 

"Alles kostenfrei" kann im beschriebenen Fall böse nach hinten losgehen und dem Verkäufer viel Geld kosten. Gerade die qualifizierte Aufbereitung und Prüfung der Hausdaten ist ein wesentlicher Punkt im Verkauf. Um einen Immobilienverkauf für beide Seiten fair, transparent und nachhaltig zu gestalten, sollte gerade bei wesentlichen Punkten kein Risiko eingegangen werden. 

Wählen Sie daher Ihren Immobilienmakler vor allem aufgrund der nachweisbaren Qualifikationen aus. 

Schönen Tag!

Markus Kestler


 

 



Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Homestaging - Mehrwert für Verkäufer?

Seit einiger Zeit hört man öfter von einer Dienstleistung, mit der sich Wohnungen und Häuser besser verkaufen lassen sollen - Homestaging. Mit der Inszenierung des Zuhauses soll durch Malerarbeiten, Möblierung und Schaffung von Atmosphäre der Verkaufserfolg gesteigert werden. Aussagen wie etwa, dass dadurch zusätzliche Kaufpreiserlöse erzielt werden können halte ich für kritisch. Eher ist es wohl so, dass durch eine professionelle "Warenpräsentation" die Immobilie optimal präsentiert wird und Kaufpreisverluste durch mangelhafte Optik vermieden werden. Wie das Kind auch immer genannt wird - eigentlich geht es darum das "Produkt" optimal zu zeigen. Das geht natürlich nicht umsonst. Maler, Bodenleger oder z.B. Elektriker müssen bezahlt oder Leihmöbel, Innenaustattung, Einrichtungsplanung etc. müssen kalkuliert werden. Doch aus meiner langlährigen Erfahrung zeigt sich oft ein anderes Bild: Während professionelle Immobilieninvestoren von "Werbe"Maßnahmen

Mietkalkulation - Möblierte Wohnungen

Werte Leser, aktuell scheint die Vermietung möblierter Wohnungen richtig zu boomen. Wenn man die Angebot studiert, findet man Wohnungen mit einem realistischen und nachvollziehbaren Aufschlag, aber man findet auch zunehmend Angebote mit sehr hohen Kaltmietansätzen bzw. Aufschlägen. Auch wenn der aktuelle Mietmarkt in vielen Metropolen dies wohl derzeit möglich erscheinen lässt, raten wir dringend dazu die Kalkulation für möblierte Wohnungen sorgfältig vorzunehmen. Aus unserer Sicht scheint es ratsam sich an der Kaltmiete laut Mietspiegel / bzw. von Vergleichswohnungen zu orientieren und dann für die Möblierung einen realistischen Aufschlag, der sich an Investition / Abschreibung / Nutzungsdauer orientiert vorzunehmen. Mieten für möblierte Wohnungen, die teilweise weit über dem doppelten der (Vergleichs)Kaltmiete liegen, werden u. E. einer gerichtlichen Überprüfung nicht standhalten. Und diese wird sicherlich früher oder später für möbliertes Wohnen auch bis zum BGH hin erfolg