Montag, 27. Januar 2020

Immobilienmarkt - Aktuelle Angebotspreise in der Metropolregion - Wir raten zu sorgfältiger Prüfung

Werte Leser und Leserinnen,

vor wenigen Jahren hätte man es kaum für möglich gehalten, wie massiv die Nachfrage nach Wohnimmobilien wieder werden kann und wohin Preise steigen können.

Bei unserer laufenden Marktbeobachtung stellen wir für unsere Region aber zunehmend fest, dass so manche Preisvorstellung in Richtung Utopie abdriftet.

Grundstücksmarktberichte, Bodenrichtwertkarten, Marktanalysen, Sachwerte usw. liefern klare Aussagen in welchem Bereich sich vergleichbare Objekte bewegen, Wo so mancher Anbieter seine Preisvorstellungen hernimmt, können wir leider nicht nachvollziehen.

Natürlich haben Märkte auch mit Erwartungen zu tun und unterschiedliche Nachfrager haben sehr unterschiedliche finanzielle Möglichkeiten und Spielräume, die ein gewisse Bandbreite an Entscheidungen ermöglichen.

Warum aber 30 - 40 Jahre alte Reihenhäuser in Nürnberg mit üblicher Aufteilung, Grundstücksgröße und durchschnittlicher Lage und Ausstattung aktuell Preise von bis zu über 800.000 € ! aufgerufen werden, kann mit der Objektlage, der Marktlage und der Bausubstanz nicht mehr begründet werden. Rechnet man bei so manchem Angebot den aktuellen Bodenwert ab, so ergeben sich Substanzwerte für die man eigentlich mindestens einen Neubau erwarten dürfte.

Ein aktueller Blick auf Verkaufsangebote in der Region zeigt, dass mittlerweile fast jede Bestandswohnung wie selbstversändlich mit qm-Preisen von  regelmäßig über 3.000 € bis hin zu 5.000 € aufgerufen wird. Dies sind dann aber nicht modern ausgestattete Einheiten in guten Lagen, sondern maximal durchschnittliche Wohnungen mit einen Alter zwischen 40 - 70 Jahren in eher mäßigen Lagen. Mietrenditen im Bereich von 1,5 - 2,5% vor Erwerbsnebenkosten sind mittlerweile häufiger anzutreffen. Wie da noch eine seriöse Verzinsung der eingesetzte Kapitals erfolgt und wo bei diesen Immobilien die langfristige Perspektive liegt, bleibt - vorsichtig formuliert - unklar.  

All dies zeigt, dass nach den letzten Jahren des Immobilienbooms realistische Einschätzungen wichtig sind wie lange nicht.

Auch wenn gerade bei Eigennutzern und Familien die Sehnsucht nach der eigenen Immobilie - insbesondere das Haus - groß ist, und so manche Investition mit Zuschüssen aus der Familie erleichtert wird, sollte man nie den Blick verlieren, ob das Ganze noch realistisch bewertet ist. Zusätzlich erforderliche Umbauten, nicht mehr zeitgemäße Grundrisse, durchschnittliche oder schlechte Objektlagen, all das kostet zusätzlich Geld. Und das entweder als Investition oder als Wertverlust in durchschnittlichen Marktphasen.

Zudem gilt es auch das Umfeld der Immobilie zu kennen und zu prüfen. Das schönste Haus wird schnell viel von seinem Charme verlieren, wenn man die gewerbliche Baugenehmigung auf dem Nachbargrundstück übersehen hat.

Hat man endlich das "Traumobjekt" gefunden, überlagern Freude und Euphorie - und die Angst leer auszugehen - schnell die Logik.

Daher: Bitte nehmen Sie jemand mit, der Sie mit etwas emotionalem Abstand auf mögliche Risiken  hinweist. Bei Bedarf stehen wir Ihnen gerne beratend zur Seite.



Schönen Tag
Markus Kestler

www.kestler-immobilien.de