Montag, 9. Mai 2011

Anhebung der Grunderwerbssteuer in vielen Bundesländern - Mehr Ideen gibt es nicht?

Meine persönliche Anmerkung:

Der Finanzbedarf vieler Bundesländer hat mal wieder die Grunderwerbssteuer als Melkkuh entdeckt. Nachdem viele Bundesländer mittlweile Sätze von 4,5% - 5% haben, wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis die restlichen Länder dies auch tun. Je nach Immobilienwert bedeutet dies für die Erwerber zusätzlichen Aufwand von mehreren tausend Euro. Erstaunlich, dass solche Steuererhöhungen immer relativ geräuschlos durchgehen. Weniger dagegen einzuwenden wäre allenfalls dann, wenn die Mehreinnahmen dazu verwendet würden, mehr Aufklärung über Immobilieneigentum zur Eigennutzung zu betreiben und Möglichkeiten einkommensschwächere Haushalte auszubauen.

Beim der Einnahmeerzielung sind unsere Volksvertreter und Verwalter immer schnell zur Hand. Konzepte hingegen, die dazu geeignet wären, mehr Menschen in die eigene Immobilie zu bringen - völlige Fehlanzeige. Gerne begnügt man sich mit plakativen Musterprojekten für ein paar junge Familien o.ä. oder verweist auf KFW-Darlehen usw.. Gerne scheinen auch gerade viele Kommunen das Geld für Wohngeld oder ARGE-Zahlungen für Wohnraum lieber ausgeben zu wollen.

Gerade im Hinblick auf die Stärkung eines privaten Vermögensaufbaus und eine stabilen Altersvorsorge, wäre doch gerade die eigengenutzte Immobilie ein sehr zu empfehlender Baustein. Der öffentliche Hand kennt doch die Adressen seiner Bürger und hat über zahlreiche Institutionen Kontakt zu den Menschen. Kann man dies nicht nutzen, um zumindest Aufklärung über die Möglichkeiten zu schaffen? Wäre es nicht einmal ein tolles Ziel einer Kommune oder eines Landes die Eigentumsquote in z.B. 10 Jahren um 5 - oder 10% nachhaltig zu steigern und das vor allem im Bereich der Normalverdiener?
 
In meiner Praxis treffe ich laufend auf Menschen, die niemals gedacht oder auch gewusst hätten, dass eine Immobilie Sinn für Sie möglich und machbar sein kann. Ich denke hierbei nicht an Luxusimmobilien oder irgendwelche (teiweise abstruse) Kapitalanlagemodelle. Eine normale Bestandsimmobilie zur Eigennutzung wäre in vielen Kommunen und Landstrichen mit etwas Muskelhypothek für viele Menschen in Reichweite und nachhaltig darstellbar.

Mir ist bewusst, dass auch fehlendes Eigenkapital öfter ein Problem darstellt, aber gerade diese Lücke könnte man doch über z.B. kommunale oder landesweite Bürgschaften für einen festgelegten Zeitraum abdecken. Über eine entsprechende Besicherung, Kaufpreisgrenzen, Tilgungspläne etc. müsste sich doch so etwas durchführen lassen. Jeodch sollte dies alles als Hilfe zur Selbsthilfe und nicht als Subvention angelegt und mit entsprechenden Regularien auch z.B. bei Fehlverhalten der Anspruchsnehmer verknüpft sein. 

Mit Grüssen aus dem sonnigen Nürnberg
Markus Kestler
www.kestler-immobilien.de


 

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